Tampa Bay Rays unter Druck in Spiel zwei

Tampa Bay Rays unter Druck in Spiel zwei

Am Mittwoch war es endlich soweit und die World Series begann. Die Phillies holten sich den wichtigen Sieg mit Cole Hamels auf dem Mound, was aber nicht weiter verwunderte, ist er schließlich der beste Pitcher in den Playoffs 2008 bisher. Nun kommt es darauf an, ob die Rays wirklich die insgesamt bessere, ausgeglichene Rotation zur Verfügung haben. James Shields macht den Anfang gegen Brett Myers heute Abend.

Das 3:2 vom Mittwoch sagt im Grunde nicht einmal aus, wie sehr die Phillies die erste Partie der World Series dominierten. Hamels und die beiden Reliever Ryan Madson und Brad Lidge erlaubten nur fünf Hits und zwei Walks in der gesamten Partie. Und wenn es doch einmal gefährlich wurde, half ein Double Play oder ein erfolgreicher Pickoff, um die Situation zu bereinigen. Nur Carl Crawford und Akinori Iwamura traten offensiv beim Gastgeber in Erscheinung. Die großen Drei B.J. Upton (2 GIDP), Carlos Pena und Evan Longoria (3 SO) blieben jeweils ohne Hit und produzierten ein Out nach dem anderen.

Auf der anderen Seite hatte Philadelphia eigentlich immer Läufer auf den Bases und mit dem einen oder anderen Hit mehr, hätte das Endergebnis durchaus deutlich höher ausfallen können. Von fehlendem Timing nach der doch etwas längeren Pause war nichts zu spüren. Zumindest verhinderten die Pitcher Tampa Bays Hits mit Läufern in Scoring Position und sorgten so dafür, dass die eigene Offensive bis zum Schluss gefährlich blieb. Auch wenn sie im letzten Inning gegen Closer Brad Lidge nicht gut aussah.

Doch während die Rays insgesamt als Favorit in der Serie gehandelt werden, so waren sie in Spiel eins aufgrund von Hamels eher der Außenseiter. Nun müssen sie beweisen, dass ihre Nummer zwei bis vier auf dem Mound wirklich besser ist, als auf der Gegenseite.

Starting Pitcher Spiel zwei (02:00 MESZ, NASN und MLB.tv live)

RHP James Shields (14-8, ERA 3.56, WHIP 1.15, 215 IP, 160 SO, 40 BB) gegen
RHP Brett Myers (10-13, ERA 4.55, WHIP 1.38, 190 IP, 163 SO, 65 BB)

Auf James Shields lastet nun der Druck die Rays zum Ausgleich in der World Series zu führen. Einen 0-2 Rückstand mit nach Philadelphia zu nehmen, wäre eine große Bürde gegen die so heimstarken Phillies und könnte daher schon eine Vorentscheidung bringen. Shields hat in den bisherigen Playoffs (1-2, ERA 3.72, 19.1 IP, 13 SO, 6 BB) trotz der negativen Bilanz gut gepitcht, aber eben nicht herausragend. Die zwei stärksten Hitter Philadelphias sind Linkshänder, was aber für Shields keinen Unterschied machen sollte, hatte sowohl gegen Rechts- als auch Linkshänder ähnliche Werte. Dazu kommt noch die besondere Heimstärke für den Rechtshänder (9-2, ERA 2.59).

Brett Myers wird dem Start in Spiel zwei wohl auch mit einem weinenden Auge entgegenblicken, darf er doch nicht als Batter zur Plate schreiten. Allerdings ist das auch besser so. Denn obwohl er in den ersten beiden Playoffrunden gegen die Brewers mit vier Hits in fünf At-Bats glänzen konnte, ist er doch eigentlich kein guter Hitter (.116 AVG in 328 At-Bats). Zudem hatte man den Eindruck, dass ihn das Schlagen vom Pitchen ablenkte und er dadurch Probleme mit der Kontrolle seiner Pitches hatte (7 BB in 12 IP, 8 H, 7 ER, 10 SO). Dazu kommt nun noch die lange Pause seit seinem letzten Start am 10. Oktober. Mal schauen, wie er diese genutzt hat.

Rays gleichen in World Series durch 4:2 Sieg aus

Die Rays konnten am Donnerstagabend durch einen 4:2 Sieg gegen die Phillies zum 1-1 in der World Series ausgleichen. Schon im ersten Inning gingen sie mit 2:0 in Führung und konnten danach den Vorsprung schnell bis Ende des vierten Abschnittes auf vier Zähler ausbauen. Am Ende machte es Philadelphia noch einmal spannend, indem sie in den letzten beiden Durchgängen noch zweimal punkteten. Doch zum Ausgleich reichte es nicht mehr.

(1-1) Tampa Bay Rays – Philadelphia Phillies 4:2

Die Rays hatten den optimalen Start in die zweite Partie der World Series. Akinori Iwamura eröffnete das Spiel mit einem Leadoff-Walk. B.J. Upton folgte mit einem Single ins Rightfield, wo Jayson Werth Probleme bei der Aufnahme des Balles hatte und die beiden Tampa-Spieler durch den Error auf zwei und drei vorrücken konnten. Ein teures Missgeschick, denn Iwamura und Upton konnten jeweils durch Groundouts der nächsten beiden Batter Carlos Pena und Evan Longoria die 2:0 Führung erzielen.

Schon im zweiten Inning legten sie nach. Bei einem Aus luden sie die Bases durch zwei Singles und einen Walk. Nach einem Popup von Iwamura zum zweiten Aus, war es Upton der mit einem RBI-Single ins Rightfield Dioner Navarro nach Hause brachte. Rocco Baldelli wurde durch denselben Spielzug ebenfalls punkten, wurde durch Werth aber an Home ausgeworfen.

Small Ball führte im vierten Inning zu Run Nummer vier für die Rays. Cliff Floyd und Navarro erreichten kamen durch Singles auf Base. Rocco Baldelli folgte mit einem Fielder’s Choice, wodurch Floyd bis auf die drei vorrücken konnte. Jason Bartlett gelang danach ein perfekter Sacrifice Bunt, wodurch Floyd einen weiteren Run durch das Squeeze Play erzielen konnte.

Die Phillies-Offensive funktionierte eigentlich auch. Nur mit dem Unterschied, dass sie Outs produzierten, sobald sie Läufer in Scoring Position bringen konnten. Im zweiten Inning bspw. waren Ryan Howard und Pat Burrell bei nur einem Aus auf zwei und drei. So musste mal wieder ein Home Run für den ersten Punkt der Gäste herhalten. Eric Bruntlett sorgte im achten Inning gegen den eingewechselten David Price für den 4-Base-Hit. Im neunten Durchgang legten sie noch einmal nach, als Carlos Ruiz mit einem Leadoff-Double eröffnete und durch einen Error von Third Baseman Longoria nach Werths Groundball punkten konnte. Näher kamen sie aber nicht mehr heran und verloren das Spiel.

James Shields (W 1-0) spielte mit dem Feuer, verbrannte sich aber nicht und erlaubte sieben Hits und zwei Walks in 5 2/3 Innings. Price ersetzte Dan Wheeler bei zwei Aus im siebten Inning und pitchte den Rest des Spiels. Brett Myers (L 0-1) fand erst spät seinen Rhythmus und musste sieben Hits, vier Runs (3 ER) und drei Base on Balls in sieben Innings hinnehmen. Er wurde allerdings auch einmal von einer Fehlentscheidung des Plate Umpires benachteiligt, der bei Baldellis Walk im zweiten Inning zuerst scheinbar auf einen Strike entschieden hatte, ehe er doch den Appeal zuließ und der First Base Umpire auf Checked Swing und damit Ball Nummer vier entschied.

Die Rays haben damit die Pflicht erfüllt und die Serie wird nun am Samstag, sollte es nicht regnen, in Philadelphia fortgesetzt. Jamie Moyer erhält den Start für den Gastgeber und steht Matt Garza gegenüber.